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Wir adoptieren einen neuen Mitbewohner aus dem Tierschutz / Tierheim 

Folgenden laaaangen Text sollte sich jeder durchlesen wenn er ein neues Familienmitglied adoptieren möchte !!! 

Ja es ist viel Text aber auch sehr informativ !!! 

 Ein neues Familienmitglied zieht bei Ihnen ein


Nach reiflicher Überlegung haben Sie sich entschlossen,

einem Tier aus einem Tierheim ein neues und besseres zu Hause zu geben.

Viele Fragen werden Ihnen nach der Entscheidung durch den Kopf gehen:

Wie wird es sein?

Werden wir klarkommen?

Wird alles gut gehen?


Wir wollen Ihnen versuchen ein wenig die Bedenken zu nehmen mit unserem Aufklärungsbogen.


1.Vorgeschichte vieler Tiere aus dem Tierheim:

Ganz selten wissen wir etwas über die Vergangenheit der Tiere

und können uns nur auf die Aussagen der Pfleger stützen.

Entweder werden die Fellnasen auf der Straße gefunden,

abgegeben oder aus der Tötungsstation im Ausland gerettet.

Schlechte Erfahrungen mit Menschen, beengende Gitter einer Tötungsanlage,

leben an der Kette, Hunger, Verlust des Menschen und andere traurige Ereignisse haben sie geprägt.

Bei der Entscheidung ein Tier zu adoptieren, sollte man sich darüber im Klaren sein,

denn es erfordert ein hohes Maß an Verantwortung und Geduld.

Viele Menschen sind sich leider darüber nicht im Klaren.

Ihre Erwartungshaltung an ein Tier aus dem Ausland oder dem Tierheim ist oftmals sehr hoch.

Einfache Dinge wie Liebkosungen oder spielen sind für die Tiere oft ein Fremdwort…

sie kennen es nicht.

Streicheleinheiten, Zuneigung, Liebe…all das muß der Schützling erst lernen.

Bitte haben Sie deshalb in der ersten Zeit Nachsicht mit ihrem Schützling und bedenken immer was er hinter sich hat!


2. Die Vorbereitung für Ihr neues Familienmitglied im Umfeld:

Manche Tiere sitzen schon lange in ihren Zwingern und warten auf ihre Familie.

Die Betreuer des Tierheimes sowie ihre Artgenossen waren bis dato ihre kleine Welt.

Aus ihrer vertrauten Umgebung werden sie herausgeholt.

Fort von ihren Artgenossen, fort von den Pflegern vor Ort.

Eingesperrt in einer Box machen sie sich auf einen langen Weg.

Ein langer Weg in eine bessere und schönere Zukunft, was sie noch nicht erahnen können.

Zu ihrer neuen Familie!

Zu Ihnen welche der armen Fellnase diese geben will.

Sie dürfen jedoch nicht vergessen:

Die Fellnase kennt Sie nicht und Sie nur die Fellnase anhand der Beschreibungen, welche Ihnen im Vorfeld gegeben wurden.

Damit Ihr neues Familienmitglied in den ersten Tagen zur Ruhe kommt und ungestört sein kann, raten wir einen ruhigen Platz einzurichten ( z.B. eine ruhige Ecke in einem Zimmer).

Vermeiden Sie es Plätze neben Eingangstüren zu errichten, denn gerade bei ängstlichen Tieren erweist sich dieses als nicht vorteilhaft!

Wenn Ihre Fellnase in den kälteren Monaten bei Ihnen einzieht, raten wir den Platz NICHT neben einem Ofen oder einer Heizung zu errichten.

Sie werden es nur gut meinen aber sie müssen bedenken, dass Ihr neues Familienmitglied eventuell Monate bzw. Jahre allen Witterungen ausgesetzt war und sich erst langsam an eine wohlige Wärme gewöhnen muss.

Im Vorfeld sollte auch mit den im Haushalt lebenden Kindern einfühlsam gesprochen werden. Gerade am Anfang durch die neue Umgebung, Menschen und Gerüche sind die meisten Fellnasen etwas zurückhaltend oder scheu.

Wir raten deshalb immer, dass Kinder im Haushalt in den ersten Tagen das neue Familienmitglied einfach nur beobachtet, sich langsam und sachte ihm nähert und mit ruhiger Stimme zu dem Tier spricht.

Wie bereits schon gesagt: Die Fellnase kennt Sie nicht.

Auch wenn Ihre Bekannten und Verwandten das neue Familienmitglied kennenlernen möchte, ist es ratsam dieses in den ersten Tagen zu vermeiden.

Gerade bei ängstlichen Tieren sollte allzu viel Trubel in den ersten Tagen vermieden werden.

Ganz wichtig, das Sie vor Ankunft Ihres neuen Familienmitglieds folgendes besorgen: - passendes Körbchen - Futter und Wassernapf - Halsband und/oder Brustgeschirr und Leine ( Doppelkarabinerhaken ) bei einem Hund - Pflegemittel: Hundeshampoo und Bürste -

ganz viele Leckerlies


3. Der große Moment

Ein langer und anstrengender Transport Ihres neuen Familienmitglieds liegt hinter ihm

und für den ein oder anderen kann dieses sehr belastend sein.

Sorgen Sie deshalb für einen ruhigen Verlauf und vermeiden Sie laute Geräusche.

Wir raten immer, den Schützling nach Entgegennahme in seinem neuen zu Hause erst einmal in Ruhe zu lassen.

Vorab sollte Wasser und Futter für das neue Familienmitglied bereitgestellt werden.

Geben Sie Ihrem neuen Familienmitglied einfach die Möglichkeit, dass er nach der anstrengenden Fahrt ein wenig zur Ruhe kommen kann.

Die ersten Tage im neuen zu Hause Ihres Familienmitglieds sind extrem wichtig für die Zukunft. Deshalb ist es auch wichtig, dass Ihr neues Familienmitglied die ersten Eindrücke in Ruhe aufnehmen soll.

Wenn sich Ihr neues Familienmitglied ängstlich oder schreckhaft zeigt, so gehen Sie besonders behutsam vor.

Füttern Sie es aus der Hand! Ihr Familienmitglied wird schnell merken… diese Hand will mir nur Gutes!

Natürlich kann es auch sein, das Ihr neues Familienmitglied aufgeschlossen, entspannt und weniger verkrampft bei der Entgegennahme ist.

Ganz wichtig!!!

Bevor Sie Ihr neues Familienmitglied mit in ihr zu Hause nehmen raten wir ( falls es schon Tiere im vorhandenen Haushalt gibt ) an einem neutralen Ort zu einer Zusammenführung.

Bei einer Zusammenführung im Haus könnte es unter Umständen zu Territorialkämpfen kommen.

Wenn sich in Ihrer Familie schon ein Artgenosse befinden, wird Ihr neues Familienmitglied sich schnell an diesem orientieren.

Auch wird er schnell erkennen, welchen Rang er im vorhandenen Rudel hat und sich dem ordnen. Ihr neues Familienmitglied wird mit Sicherheit in den ersten Tagen viel beobachten und aufmerksam sein.

Dieses ist die wichtigste Lernphase, für Ihr neues Familienmitglied. Deshalb den Tagesablauf ganz normal weiterführen, wie bisher auch!


4. Die ersten Tage Ihres neuen Familienmitglieds

Wie bereits schon erwähnt:

Je ruhiger die Ankunft Ihres neuen Familienmitglieds gestaltet wird, umso schneller wird er sich an seinen neuen Alltag gewöhnen.

Viele Dinge muss Ihr Familienmitglied jetzt lernen!

1. Alleine bleiben

Immer wieder werden wir im Vorfeld gefragt, ob das neue Familienmitglied von Anfang an stundenweise alleine bleiben kann. Dieses ist leider nicht der Fall.

Sie müssen sich jetzt einmal in die Lage Ihres Tieres versetzten.

Es ist in einer neuen Umgebung, neue Menschen, Gerüche, etc. .

Es weiß gar nicht, dass es in seinem neuen zu Hause für immer bleiben soll.

Die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem neuen Familienmitglied muss erst noch aufgebaut und gefestigt werden.

Deshalb sollte man in den ersten Tagen möglichst Urlaub nehmen.

Viel mit dem neuen Schützling spazieren gehen oder spielen, damit es lernt Vertrauen und Bindung zu fassen.

Bei einem Einzeltier ist dieses sogar noch viel wichtiger!

Nach ein paar Tagen, sollte man versuchen das neue Familienmitglied 5 bis 10 Minuten alleine zu lassen.

Sinnvoll ist es, Sie verlassen die Wohnung und beobachten von draußen wie sich Ihr neues Familienmitglied verhält.

Es muss lernen, dass wenn Sie gehen auch wiederkommen. #

Die Zeitintervalle sollte man dann langsam steigern.

Sie werden sehen, dass nach ein paar Wochen Ihr neues Familienmitglied locker 1 bis 2 Stunden alleine bleiben kann, ohne etwas zu zerstören oder dergleichen.


2. Sauberkeit

Auch hier werden wir immer wieder gefragt ob das neue Familienmitglied schon stubenrein ist. Dieses ist nicht immer der Fall.

Man muss sich immer vor Augen halten, dass Ihr neues Familienmitglied aus einem Tierheim kommt.

Die Pfleger haben gar nicht die Möglichkeit und Zeit jedem einzelnen Tier die Stubenreinheit beizubringen.

Ausnahmen sind erwachsene Tiere die schon in einer Familie waren und aus welchen Gründen auch immer abgegeben wurden. Da kann man davon ausgehen dass sie schon stubenrein sind.

Wenn Sie jedoch Ihrem neuen Familienmitglied zeigen, dass er sein Geschäft draußen zu verrichten hat, wird er dieses auch schnell erlernen.

Bei einem vorhandenen Tier im Haushalt vereinfacht sich natürlich das Ganze, denn von ihm schaut es sich vieles ab und macht es ihm nach.


3. Futterumstellung

Ratsam ist es in den ersten Tagen kleinere Portionen zu füttern.

Sollte das Tier Durchfall bekommen oder sich nicht wohl fühlen bitte einen Tierarzt aufsuchen und gegebenenfalls das Futter umstellen.

Hilfreich kann auch gekochtes Hähnchenfleisch mit gekochtem Reis und Möhren sein.  

Sie werden sich die wahrscheinlich die Frage stellen, weshalb in kleineren Portionen.

Sie müssen bedenken, dass Ihr Schützling vielleicht im Tierheim in einem Rudel mit mehreren Tieren lebte.

Bei der Fütterung war jeder im Rudel eine Konkurrenz und man musste sich beeilen um einigermaßen satt zu werden.

Ihr neues Familienmitglied muss jetzt lernen, das dieses der Vergangenheit angehört und es keine Angst mehr haben muss Hunger leiden zu müssen.

Er wird das ganz schnell merken!

Sollte Ihr Schützling leichten Durchfall haben, kann es an der Futterumstellung liegen. Sollte der Durchfall jedoch in den nächsten Tagen nicht besser oder schlimmer werden, raten wir unbedingt einen Tierarzt aufzusuchen.


 4. Sicherheit bei Hunden

Besonders bei Spaziergängen oder Autofahrten mit Hunden ist es sehr wichtig, dass Ihr Schützling genügend gesichert ist.

Sie müssen Bedenken, dass Ihr Schützling in der Lernphase ist und ungewohnte Geräusche oder Autos ihm Angst bereiten können.

Auch hier möchten wir Ihnen eine kleine Hilfestellung geben:

Das Halsband sollte nicht zu locker sitzen, denn schnell ist es passiert und Ihr neues Familienmitglied schafft es mit dem Kopf aus dem Halsband zu gelangen.

Ratsam ist es immer bei Spaziergängen oder Autofahrten Ihren Schützling doppelt zu sichern.

Ein Karabinerhaken am Halsband und eines an dem Brustgeschirr ( siehe auf dem Bild ).


In den ersten Tagen eignet sich besonders eine Schleppleine mit 10 Meter Länge.

Von Rolleinen ist in der ersten Zeit abzuraten, denn bei einer ruckartigen Bewegung Ihres neuen Familienmitglieds passiert es schnell, das eventuell der Handgriff aus der Hand rutscht und Ihr Schützling ist auf und davon.

5. Bitte beachten Sie abschließend folgende Dinge!

- Melden Sie Ihr Familienmitglied, wenn es ein Hund ist, bei Ihrer Kommune zur Steuer an -

- Lassen Sie Ihr Familienmitglied auch bei Tasso registrieren www.tasso.net

- Schließen Sie eine Haftpflichtversicherung für Ihr Schützling ab

- Erkundigen Sie sich im Vorfeld bei Ihrer zuständigen Ordnungsbehörde welche Bedingungen erfüllt werden müssen bei Haltung eines großen Hundes

- Melden Sie Ihren Schützling in eine Hundeschule oder Hundetrainer an.

Ein Hund kann noch so jung oder alt sein, vieles muss ihm beigebracht werden.

- Arbeiten Sie am Anfang viel mit Lob und Leckerlies

- Fangen Sie 10 bis 14 Tagen nach Ankunft an Ihrem Schützling die gängigen Kommandos beizubringen.


Wir wünschen Ihnen und Ihrem neuen Familienmitglied

eine lange, harmonische und glückliche Zeit miteinander und füreinander.


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